18.12.2019

13 GEISTER (Thir13en Ghosts 2001 Steve Beck)


Da es seiner Familie zur Zeit finanziell ziemlich schlecht geht, erfreut es den Mathematiklehrer Arthur von einem ihm unbekannten Onkel Cyrus zu erfahren, der ihm großzügig nach seinem Tod sein Haus vermacht hat. In der ungewöhnlich verspielten Architektur angekommen, kontaktiert ein Unbekannter Arthur, der behauptet er hätte zusammen mit Cyrus Geister gejagt, die nun in diesem Gebäude gefangen gehalten werden. Zunächst glaubt Arthur dem wirr wirkenden Mann kein Wort. Als kurz darauf die Kinder innerhalb des labyrinth-artigen Ortes verschwinden, erkennt Arthur nach und nach die Bedrohung, zumal der bizarre Bau nicht einfach nur ein Haus ist...


12 Geister und er...

Nach dem erfolgreichen Start mit "Haunted Hill", von Robert Zemeckis Produktionsfirma Dark Castle, die sich dem Neuverfilmen von Horrorfilm-Klassikern verschrieben hatte, schob man mit "13 Geister" ein Remake von William Castles "Das unheimliche Erbe" hinterher, welches nicht auf solch große Gegenliebe stieß, wie der finanzielle Erfolg zuvor. Wie viel das hier besprochene Produkt noch mit dem Original zu tun hat, kann ich nicht beurteilen, da ich den Streifen aus dem Jahr 1960 nicht kenne, aber unabhängig von diesem betrachtet, weiß der Film durchaus zu funktionieren. Das erklärt vielleicht auch, warum Regisseur Steve Beck in der Dark Castle-Folgeproduktion "Ghost Ship" ein Jahr später erneut Regie führen durfte, obwohl das Feedback von Kritikern und Filmliebhabern zu seinem vorherigen Projekt eher mäßiger Natur war. In gewisser Weise kann ich auch verstehen, warum manch einem dieses Werk nicht schmeckt, ist es doch recht reißerisch ausgefallen und bedient sich fast pausenlos Schauwerten mittels Spezialeffekten. Obwohl ich kein großer Anhänger von Effektkino bin, weiß ich das Ergebnis von "Thir13en Ghosts" jedoch zu schätzen.

Dieser ist beileibe kein großer Genre-Beitrag geworden, als kurzweiliger Horrorfilm für zwischendurch weiß er jedoch gut zu funktionieren. Das liegt aber auch an dem enormen Tempo, welches Steve Beck von Beginn an vorlegt, so dass Langeweile keine Chance erhält. Stets passiert etwas mehr oder weniger Aufregendes, innerhalb einer relativ abgedrehten Geschichte, die nicht darin bemüht ist lebensnah sein zu wollen. Ebenso wie die mit dem "Monk"-Darsteller Tony Shalhoub passend besetzte Hauptfigur, werden wir in die Alltagswelt einer alternativen Kultur hinein geschubst und haben uns mit derer Wahrnehmung der Welt abzufinden. Das hohe Tempo in Kombination mit sehenswerten Kreaturen- und Set-Designs verhindern weitestgehendst ein Hinterfragen der Dinge, die hier geschehen. Was es z.B. mit den an "Sie leben!" erinnernden Brillen auf sich hat, mit deren Hilfe man die Geister sehen kann, wird nie geklärt. Sie sind einfach da, um das Begreifen der Familie zu beschleunigen, und freilich auch um mit diesem Element aufregende Szenen zu erzeugen.

Um Grusel oder Spannung ist man jedoch nicht bemüht. Und dass man, egal wie weit das Ganze mit Castles Original zu tun hat, das Szenario stark modernisiert hat, macht bereits die wilde Vorgeschichte auf dem Autofriedhof deutlich. Ebenso macht es direkt klar, dass hier nicht gekleckert, sondern geklotzt wird. Dank eines stimmigen, augenzwinkernden Grundtons, in welchem auch die Grimassenakrobatik von "Scream"-Darsteller Matthew Lillard zum Vorteil wird, weiß das oberflächlich klingende Konzept zu funktionieren, zumal es inmitten seines atemlosen Treibens für den kleinstmöglichen Grad funktionierender Charaktergestaltung überraschend Raum findet. Die Figuren mögen nicht sonderlich authentisch wirken, aber sie sind meist keine austauschbaren Abziehbilder, sondern mit nur wenigen Kniffen versehene interessante Individuen. Ausnahmen bilden da manch vernachlässigte, der meist treffsicher dargebotenen, 12 Geister und die mit nervigen Sprüchen versehene Babysitterin, deren Mentalität sich auch im unpassenden Abspannlied wiederfindet. Derartige Ausrutscher stören jedoch kaum, eben aufgrund der wundervollen Schauwerte (die meist bizarrer und morbider Natur sind), des hohen Erzähltempos und einfach auch deswegen, weil Beck keine Kunst abliefert, sondern lediglich einen kleinen Unterhaltungsfilm für zwischendurch. Wer nicht zu viel erwartet, kann sich an "13 Geister" erfreuen, allein schon wegen der sehenswert zurecht gemachten Geister, die in Zeiten von Produktionskonzepten wie "The Conjuring" heutzutage alle ihren eigenen Film erhalten hätten - und einen solchen wahrscheinlich sogar stemmen könnten.


Weitere Besprechungen zu 13 Geister:


Trailer,   OFDb

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