Freitag, 21. Dezember 2012

LAST OF THE LIVING (2008 Logan McMillan)


Fast alle Menschen sind tot, die Welt wurde von einer Zombieseuche überrannt. In dieser Welt fühlen sich drei junge Männer sauwohl, genießen ihren trivialen Alltag zwischen Videospielen und Leichen töten, bis sie eines Tages auf eine Wissenschaftlerin stoßen, die ihnen anbietet ihr beim Retten der Welt zu helfen...


Weltretten schränkt Bequemlichkeit ein...

Wäre „Last Of The Living“ zehn Jahre zuvor erschienen, hätte man ihn mit offenen Armen empfangen, sich gefreut und ihn vielleicht heute hochgelobt. Mittlerweile wird man jedoch mit Produktionen über wandelnde Tote zugeschmissen. Das Szenario ist nicht neu.

Dessen war sich McMillan zwar bewusst, deshalb wird die Grundsituation auch als bekannt vorrausgesetzt, dennoch setzt der Regisseur keine neuen Akzente. „Last Of The Living“ erzählt nichts, was es nicht schon zuvor gab. Die Zombies sind Infizierte, die geheilt werden können („Resident Evil“), das ganze wird mit Humor gemischt erzählt („The Return Of The Living Dead“), es sind Versager, welche die Welt retten müssen („Dance Of The Dead“), und diese fühlen sich im zombieverseuchten Umfeld sauwohl („I Am Omega“). Die Grundsituation stammt selbstverständlich aus Romeros zunächst großartiger Zombiereihe, die mit „Die Nacht der lebenden Toten“ ihren Anfang nahm.

Schaut man einen Film, den man leicht anders schon einige Male zuvor gesehen hat, so steht und fällt die Qualität des Streifens mit dem Spannungsgehalt und den Charakteren. Leider setzt „Last Of The Living“ wegen seiner humorvollen Orientierung auf Action statt auf Spannung, eine häufige Entscheidung, meist mit dem selben schlechten bis durchschnittlichen Ergebnis. Schade, machten doch Filme wie „The Return Of The Living Dead“ oder „Tanz der Teufel 2“ so schön vor, wie toll sich Nervenkitzel mit Komik paaren lässt, selbst mit Klamauk.

Die Charaktere in McMillens Film sind dementsprechend qualitativ auf dem selben Niveau wie der komplette Film: Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Bis man mit ihnen warm genug wird, um mit ihnen mitzufiebern, vergeht zu viel Zeit. Die Wissenschaftlerin selbst bleibt blass bis zum Schluss.

„Last Of The Living“ kommt leider zu spät in Fahrt, dümpelt am Anfang zu sehr vor sich hin und kann in der langsamen Phase aufgrund seiner preiswerten Produktion auch nicht mit außergewöhnlichen Bildern trumpfen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Effekte sind mau, nicht einmal die Zombies wissen optisch zu gefallen. Unverständlicher Weise bekommt die maue Inszenierung zusätzlich Verstärkung durch das zu lange Draufhalten auf banale Situationen. Die Szene ist längst vorbei, die Kamera hält weiter drauf. Dementsprechend erwartet man eine weitere Aktion, und sei sie auch nur aus dem Humorbereich, diese bleibt jedoch aus.

Gewinnt der Film endlich an Tempo und Charme für die Figuren, macht er auch endlich halbwegs Spaß. Diesen hatten scheinbar auch die Schauspieler, was auch die Patzer im Abspann zeigen. 


Trailer,   OFDb

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