Donnerstag, 9. Juli 2015

ZOMBIE 3 (Zombi 3 1988 Lucio Fulci u.a.)


Ein Virus der Menschen in Zombies verwandelt breitet sich rasent schnell aus...


Aschefressende Vögel...

Ich weiß nicht was in einem Produzenten vorgehen muss, der als Ersatz-Regisseur zu Bruno Mattei greift, wenn Lucio Fulci aus welchen Gründen auch immer (es gibt im Netz diverse Spekulationen) nach einem halb fertigen Film wegfällt. Sein „Die Hölle der lebenden Toten“ zählt nicht zu den besten Italo-Streifen des Zombiefilms, und auch was er in den 00er Jahren zu dem Thema so abgeliefert hat (z.B. „Zombies - The Beginning“) war nicht gerade frei von unfreiwilliger Komik inszeniert. Wieviel vom Ergebnis von „Zombie 3“ nun Mattei oder Fulci angerechnet werden kann (in der OFDb wird zudem auf Claudio Fragasso als dritter Regisseur hingewiesen, der immerhin den recht putzigen „Horror House 2“ drehte), ist unklar, eigentlich aber auch egal, denn der fertige Film funktioniert ohnehin nur als Nummern-Revue.

Inhaltlich stellt „Zombie Flesh Eaters 2“ (Alternativtitel) eine Mixtur aus „Zombie 2“, den ersten beiden „Return of the Living Dead“, Romeros „Crazies“ und „Die Hölle der lebenden Toten“ dar, bedient sich also bei allerhand Vorgängern, um am Ende doch nur eine wirr zusammen gezimmerte Story zu präsentieren, in welcher Menschen in einem Quarantäne-Gebiet zwischen die Fronten von Zombies und dem Militär gelangen, während Wissenschaftler verweifelt nach einem Gegenmittel forschen. Wirklich kennen lernen tut man keinen der vielen Charaktere, die in der Regel ohnehin nur als Futter für die Untoten dienen.

In den Zombie-Momenten, von denen es nicht gerade wenige gibt, schaut sich „Zombie 3“, der je nach Fassung manchmal auch die Beititel „Die Bakterie des Grauens“ oder „Ein neuer Anfang“ trägt, am angenehmsten. Die Untoten sehen auf billige Art sympathisch vermodert aus, ihre Attacken sind hart und mancher Auftritt (z.B. jener im Wasser) weiß inszenatorisch zu gefallen. Wer also einen Zombiefilm genießen kann, indem man sich von Zombiemoment zu Zombiemoment hangelt, und den wirren Irrsinn an Pseudo-rotem Faden der diese Szenen zusammen halten soll, ignorieren kann, der kann tatsächlich gut unterhalten werden. Da die Zombies mal schlurfen wie in „Die Nacht der lebenden Toten“ und in manchen Szenen zu der schnellen Sorte wie in „Großangriff der Zombies“ gehören, ist auch für jede Art Zombie-Fan etwas mit dabei.

Als Gesamtwerk kommt „Zombie 3“, dessen Titel sich nicht auf Romeros „Zombie 2“ bezieht, sondern auf Lucio Fulcis „Zombi 2“, der bei uns zunächst als „Woodoo - Schreckensinsel der Zombies“ heraus kam, also eher mittelmäßig daher, da es kein wahres Mitfiebern mit den austauschbaren Figuren gibt. Und das bisschen zusätzlich angehangene Umwelt- und Militärkritik ist auch nicht gerade dazu geeignet ein solches Werk aufzuwerten, zumal es den Verantwortlichen des Streifens eher um Zombie-Action als um ein stimmiges Grusels-Feeling ging, ein Schwerpunkt der Horrorfilmen nur sehr selten gut tut.

„Zombi 3“ (Originaltitel) ist austauschbare Ware, die sich als Spätwerk der 80er Jahre Zombie-Welle für Freunde dieser Dekade Film aber durchaus gucken lässt, zumal einige Ausnahmeszenen recht schräg ausgefallen sind. So darf man beispielseweise die Attacke eines fliegenden Zombiekopfes noch vor Charles Bands „Shrunken Heads“ sichten, und eine Frau wird durch den Bauch einer Schwangeren heraus von der Nabelschnur eines Zombie-Babys attackiert, noch bevor „The Suckling“ auf der Bildfläche erschien. Und wer jetzt aufgrund dessen glaubt der Film sei eine Horror-Komödie: nein, selbst in diesen Szenen gibt sich „Zombie 3“ todernst.


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