Freitag, 1. Januar 2016

KILL BULJO - THE MOVIE (2007 Tommy Wirkola)


Gangster beenden eine Hochzeitsfeier mit einem Massaker. Jompa, der Verlobte, überlebt. Als er aus dem Koma erwacht nimmt er Rache an allen Verantwortlichen des Blutbades...


Aus einem Abendessen kann man nicht die Zukunft vorhersagen...

Kill Bill“ war ein großer Erfolg an den Kinokassen. Und an diesen orientierte sich Regisseur Wirkola lose für seinen ersten Langfilm. Mit Tarantinos populärem Film im Rücken vermarktet sich ein Streifen nun einmal besser, und „Dead Snow“, der auch Wirkola halbwegs berühmt machen sollte, war zur Entstehungszeit von „Kill Buljo“ noch Zukunftsmusik. Wer Wirkolas Film um Nazi-Zombies im tiefsten Schnee kennt, der weiß allerdings bereits, dass der Regisseur gerne mit Holzhammer-Komik arbeitet, und das ist dementsprechend auch im hier vorliegenden Film der Fall, innerhalb einer Produktion die nah am Amateurfilm-Niveau orientiert ist.

Scheinbar hoffte Wirkola dass genau diese Kostengünstigkeit sein Werk in Schutz nimmt, also dass der amateurhafte Charme einen die präsentierten Geschmackslosigkeiten besser munden lässt. Mit einer überzeugenderen Besetzung hätte das vielleicht sogar geklappt, zeigte doch die Mini-Serie „Hellfjord“, die aus der Feder Wirkolas stammt ohne dessen Regie-Beteiligung, dass sein Humor durchaus funktionieren kann. Allerdings kam diesem Projekt nicht nur die professioneller Schauspielerei zu Gute, sondern auch der richtige Gehalt und das richtige Timing für Extremkomik.

„Kill Buljo“ fehlt jegliches Feingefühl. Da fliegen einem Provokationen auf Proletenniveau alle Nase lang um die Ohren, dass man den Streifen als Komödie einfach nicht ernst nehmen kann. Nicht nur dass der Großteil der Komik vom Anspruch her tiefster Bodensatz ist in einem Bemühen irre cool sein zu wollen und ständig nur provozieren zu wollen, was den Streifen arg infantil daher kommen lässt, auch zeichnen sich in der Ausnahme immer wieder tolle Ideen ab, die nur in der Theorie funktionieren wollen, eben weil Wirkola nicht weiß diese richtig einzufangen. So weiß man immer was der gute Mann gewollt hat und ist enttäuscht darüber dass die Wirkung leider nur verpufft.

Das liegt hauptsächlich daran, dass Wirkola nicht verstanden hat, dass auch reinster Provohumor sensibel angegangen werden muss, damit er zu wirken weiß. Filme von Seth Rogen machen es vor wie man auf scheinbar niveauloser Ebene humoristisch niveauvolles Kino schaffen kann. Wirkola platziert seine dümmlichen Witzchen so oft und überall wie es ihm gerade passt, hat sicherlich auch immer mal ein paar funktionierende Gags mit dabei, aber zu einer funktionierenden Komödie wird das nur für genügsame Leutchen, die auch über Brösels Werner oder Otto-Filme lachen können. Wirkolas Komik kommt ebenso schlicht, plump und ausgeleiert daher, nur dass sich der Schwerpunkt im Gegensatz zu meinen Vergleichen auf sexuelle und gewaltverherrlichende Themen bezieht.

Schon „Dead Snow“ war keine Sternstunde geistreicher Komik, wollte es ebenso wie der hier besprochene Film auch gar nicht sein. Die Splatstick-Komik hat bei mir jedoch kaum auf schlichter Ebene funktioniert. Aber sein Erfolg zeigt, dass es dafür ein Publikum gibt. „Kill Buljo“ hingegen ist jedoch mindestens einen Grad flacher ausgefallen. Und dies zusammen mit seinem Amateurfilm-Flair macht es schwer Freunde der Nazi-Zombie-Komödie für den hier besprochen Streifen gewinnen zu können, egal wie sehr man die anderen Werke Wirkolas oder Tarantinos Original auch mögen mag.


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