Donnerstag, 8. Februar 2018

ANGRIFF DER LEDERHOSENZOMBIES (Attack of the Lederhosenzombies 2016 Dominik Hartl)


In einem Skigebiet kommt ein Investor mit einer Chemikalie in Berührung, die ihn in einen Zombie verwandelt. Er steckt ein Party-feierndes Volk in Ritas Partyhütt‘n an, und einzig der Snowboard-Profi Steve und seine Ex-Freundin Branka stellen sich gemeinsam mit Rita den Untoten...


Es muss nicht immer Nazi sein...

Vier Jahre nachdem die Deutschen an dem Versuch scheiterten mit „Zombies from Outer Space“ den Zombiefilm mit der Gattung des bayrischen Heimatfilmes zu kreuzen, kommen Österreicher daher und liefern mit einer vergleichsweise zurückgeschraubten, aber ähnlichen Idee das ab was man sich zu diesem Thema erhofft: einen stimmigen Spaß. „Angriff der Lederhosenzombies“ versucht sich zwar nicht im Heimatfilm, oder in der Parodie darin, er legt lediglich die Location auf einem Skiberg an, auf dem die Deutschen ihre Kultur zu Geld machen. Aber diese Gestalten und ihr gut saufendes Partyvolk zu Zombies mutieren zu lassen ist bereits Grundlage für ein spaßiges Schundfilmchen genug. Zum einen ist diese anderweitige deutsche Zombievariante eine herrliche Alternative zu den schon relativ oft verwendeten Nazizombies, zum anderen schaut sich der Streifen humortechnisch angenehm zurückgefahren, ist er doch nicht halb so albern ausgefallen wie sein Titel und seine Idee vermuten lässt.

Mit einer Horror-Komödie haben wir es freilich trotzdem zu tun, und die Stimmung lässt sich schon ein wenig als „Feuer, Eis und Dosenbier“ mit Zombies bezeichnen, letztendlich ist die klassische Zombiegeschichte aber nur humoristisch untermalt und nicht darauf erpicht zwingend Gag auf Gag folgen zu lassen, was sich im Gegensatz zu manchem Splatstick-Streifen wesentlich angenehmer schaut - so sehr sogar, dass das Finale, welches eigentlich in pubertärem Snowboarder-Splatstick badet, einen angenehmen Abschluss eines unterhaltsamen Durchschnittsstreifens bietet, anstatt zu nerven wie es Werke wie „Stalled“, „Doghouse“ oder anderweitige Produktionen tun, denen zum Thema Zombies nichts besseres einfiel, als Splatterszenen einen humoristischen Hintergrund zu geben.

Zwar ist „Alpine Zombie Project“ (Alternativtitel) nun auch kein Top-Movie, der die Chance hätte einen Innovationspreis zu gewinnen, zumal man von der gelben Chemikalie („Wasting Away“) bis hin zu den mutierten Rehen („Zoombies“) schon alles irgendwo bereits einmal gesehen hat, aber Regiedebutant Dominik Hartl schafft es das bereits Bekannte schmackhaft zu präsentieren und präsentiert mit seinem „Attack of the Lederhosenzombies“ (Originaltitel) ein herrlich spaßiges Stück unterhaltsame Kurzweile, die nie kurzfristig durch Monotonie oder die x-te Wiedererzählung alter Ideen ausgebremst wird. Sicherlich gilt auch für diesen Film: je jünger, desto besser kann man sich amüsieren, aber wer mit wenigen Erwartungen als Mitte-40-Jähriger herangeht, kann definitiv ebenfalls seinen Spaß mit den Alpenzombies haben. Kleine Randideen sorgen immer wieder dafür, dass die Chose lustig und interessant bleibt. Und die Charaktere, so sehr sie auch nur blasse Abziehbilder wahrer, tiefgreifender Charaktere sind, sind einem zumindest nicht so scheiß egal wie in Produktionen, die sich für die Helden der Geschichte so gar nicht interessieren.


Weitere Besprechungen zu Angriff der Lederhosenzombies: 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen