Freitag, 17. Juni 2016

A LITTLE BIT ZOMBIE (2012 Casey Walker)


Eine Woche bevor Steve und Tina heiraten, fahren sie gemeinsam mit dem Trauzeugen und der Brautjungfer in eine Ferienhütte, wo Steve von einer Mücke gestochen wird, die zuvor einem Zombie Blut ausgesaugt hat. Steve mutiert nun auch zum Zombie, aber langsamer als üblich, was den gnadenlosen Zombiejäger Max nicht davon abhalten würde Steve zu töten. Noch ahnt dieser jedoch nichts von dem was Steve durchmacht...


Ein kleines bisschen geglückt...

Im Meer der Zombie-Comedys seit „Shaun of the Dead“, die alle nicht mehr wirklich versuchten ein ausgewogener Mix aus beiden Genres zu sein, so wie es einst „The Return of the Living Dead“ schaffte, ist nur selten brauchbares Material vorhanden. Während Filme wie „Cockneys vs. Zombies“, „Stalled“, „Dead Snow“ und „Doghouse“ eher enttäuschen, sind gelungene Beiträge wie „Goal of the Dead“, „Zombieland“ und „Fido“ Mangelware. „A Little Bit Zombie“ tendiert eher in erstgenannte Richtung, ist jedoch nicht so langweilig ausgefallen wie die genannten Werke, da er sich nicht einzig auf den von Peter Jackson einst mit „Bad Taste" und „Braindead" begründeten Splatstick ausruht, die müdeste Form der Horror-Comedy.

„A Little Bit Zombie“ kommt humoristisch eher laut und mit dem Holzhammer daher, eine Eigenschaft welche die Horror-Fans bereits in den späten 80ern und frühen 90ern bei „Return of the Living Dead 2“ und „C.H.U.D. 2“ nicht mochten und mit geringen Zuschauerzahlen in den Kinos straften. Wer sich mit dieser Art Humor jedoch arrangieren kann, der bekommt zumindest manch lustigen Moment geboten, der aus der Einheitsware ein wenig herauszuragen weiß. Leider steht dem wiederum ein Plot im Weg, den es schon einige Male im Bereich der Horror-Komödie gegeben hat, auch zum Thema Zombie.

Vielleicht wäre „A Little Bit Zombie“ mehr aufgefallen, wenn er nicht gerade zu einer Zeit erschienen wäre, in welchen man mit Neuerscheinungen von Zombiefilmen auf dem DVD-Markt zugeschmissen wird. So aber hinterlässt er eher ein müdes Achselzucken anstatt Begeisterungsstürme zu entfachen, einfach weil er sich in Sachen Charakterzeichnung und Geschichte nicht wirklich Mühe gibt etwas Eigenständiges oder treffsicher Parodierendes auf die Beine zu stellen. Der aggressive Zombiejäger kann es nicht mit den wahrlich lustigen Vampirjägern aus „Liebe mit Biss“ und „Fright Night“ aufnehmen. Und die Erkenntniss plötzlich auf menschliches Gehirn zu stehen, wurde düsterer und treffsicher humoristisch in besagtem „Return of the Living Dead“ von Dan O‘Bannon ausgearbeitet, allein schon deshalb besser inszeniert, da sein Film hintergründigen und gezielten gesellschaftskritischen Humor besaß.

„A Little Bit Zombie“ hingegen will nur geistlos herumalbern und pendelt dabei immer zwischen charmant und austauschbar hin und her, so dass es einem auf der einen Seite schwer fällt solch ein hartes Urteil auszusprechen, es einem andererseits aber auch leid tut, dass die guten Ideen in einem solch routiniertem Film gelandet sind. Wer mit wenig Erwartungen heran geht und albernem Humor nicht abgeneigt ist, kann einen Blick riskieren. Wer aber schon umstrittene Werke wie „Wasting Away“ nicht mochte, sollte um den hier besprochenen Genre-Beitrag, der wesentlich mehr Richtung Humor tendiert, einen großen Bogen machen. So oder so ist „A Little Bit Zombie“ nur filmisches Fast Food.


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Kommentare:

  1. Ich mochte den albernen Humor des Filmes :D Wahrscheinlich deshalb, weil ich eine 0815-Comedy erwartet habe und die langweilen mich unterdessen. Da sticht "A little bit Zombie" dann doch angenehm heraus und hat mich gut unterhalten.

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    1. Je weniger man erwartet desto besser. :)

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